Veranstaltungen

Musikalische Begegnungen Nr. 1 Matteo Bevilacqua - Ein Sizilianer am Hofe der Esterházy

mit und von Stefano Mileto und Lorenzo Pezzopane, Karl Vocelka
Bad Vöslau, Festsaal des Rathauses und Wien, Salvatorsaal - Pfarre Maria Hilf
Freitag, 28. und Samstag, 29. April 2017, 18.30-20 Uhr

Österreich war im 19. Jahrhundert aufgrund seiner fördernden "musikalischen" Politik eine Art von Gelobtes Land für InstrumentalistInnen aus Italien, die zahlreich in Wien und anderer österreichischen Städten beauftragt waren, während sich die italienische musikalische Welt ausschliesslich um Melodramma und Belcanto drehte.
Der gemeinnützigen Kulturverein La pomarancia-Eins und doch vielfältig beabsichtigt eine Reihe von kulturellen Veranstaltungen (Vorlesungen und Konzerte) zu iniziieren, um das Thema der "musikalischen Begegnungen" zwischen den beiden Ländern seit der Zeit der Frühromantik zu untersuchen.
Das Projekt wird im Laufe des Jahres erstens in Form von Recherche, sowohl in Italien als auch in Österreich, durchgeführt; 28. und 29. April 2017 werden bei einer doppelten Veranstaltung (Konzert für 2 Gitarren in Bad Vöslau unter der Schirmherrschaft der Stadtgemeinde und in Wien im Salvatorsaal der Pfarre Maria Hilf), die Prämissen und bisherigen Ergebnissen der Forschung Prof. Stefano Miletos (Konservatorium "A. Scontrino" - Trapani) und einige Werke von Matteo Bevilacqua (Trapani 1768-Wien 1849) präsentiert.
Matteo Bevilacqua, bisher fälschlicherweise als florentinischer Komponist identifiziert, wurde in der Tat in Trapani, Sizilien, geboren; 1805 war er zweifellos in Wien, wo er am 10. Oktober heiratete und bis seinem Tod u.a. bei den Esterházy als Sänger, Gitarrist und Komponist arbeitete.
Bevilacqua ist nur einer unter vielen damals sehr geschätzten, heute fast in Vergessenheit geratenen italienischen MusikerInnen, die sich der wiener Klassik und österreichischen Musikkultur maßgeblich beteiligt haben, z.B. Mauro Giuliani (1781-1829), Luigi Rinaldo Legnani (1790-1877), Giulio Regondi (1823-1872) oder Francesco Molino (1774-1847). In Kooperation mit der Universität Wien / Phaidra.org.


Boccaccios Decamerone oder Von der Liebe in den Zeiten des Schwarzen Todes

Geschichten aus dem Decameron und Musik aus dem Trecento mit und von Ulrike Bergmann und Eberhard Kummer, Maria Resch
Wien, Gemäldegalerie des Kunsthistorisches Museum
Samstag, 22. April 2017, 11.30-13 Uhr

„Es ist noch nicht lange her...“ Damit beginnt eine der Geschichten aus dem Decameron von Giovanni Boccaccio aus dem Jahre 1348. Die große Pest hat soeben das Land mit Schrecken und Tod überzogen. Zehn junge Leute, von vornehmer Abstammung, haben sich aus der Stadt in ein Landhaus zurückgezogen und machen das Beste aus der trostlosen Situation: Sie erzählen sich Geschichten.

Von den 100 Geschichten des Decameron werden zwei an diesem Vormittag in italienischer Originalsprache sowie in deutscher Übersetzung von Ulrike Bergmann und Eberhard Kummer vorgestellt, gelesen und rezitiert. Die eine heiter-erotisch, die andere nachdenklich-ernst. Und in der Tat, wenn man diesen Geschichten lauscht, merkt man schnell, dass sie in ihren Aussagen höchst aktuell sind: allgemein menschlich. Nur der Blickwinkel ist ein anderer, ein spätmittelalterlicher.

Am Abend zerstreuen sich die Erzählerinnen und Erzähler des Decameron, indem sie zu aufgespielter Musik tanzen. Und so ertönt auch im Kunsthistorischen Museum zu den beiden Geschichten Tanzmusik aus der Zeit um 1400, gespielt von Bergmann und Kummer mit Blockflöten, Schoßharfe, Drehleiern und Schellentrommel. Der langsame Tanz, bei dem das Publikum zum Mittanzen aufgefordert wird, wird von Maria Resch angeführt.

In Kooperation mit dem Verein der Freunde des Kunsthistorischen Museums.